Doktorant empfiehlt: Mim Headroom

Mim Headroom. Noch jemand aus der Reihe der unbekannteren Youtube-Kommentatoren. Abonnentenzahlen sagen aber, wie so oft, nichts über die Qualität des Inhalts aus und genau so sieht es auch hier aus. Also Popcorn ausgepackt und auf Play gedrückt: Viel Spaß!

Statistik fälschen leicht gemacht

Nachdem gestern Thomas „The Boss“ Fischer in einem Nachtrag zu seiner Kolumne vom 28.06.2016 erneut den Boden mit „empörten Feministinnen“ aufgewischt hat, ist die am selben Tag erschienene Replik von Frau Stokowski etwas unter dem Radar geflogen. „Das ist doch eigentlich ganz positiv!“, mag jetzt der eine oder andere von sich geben und würde dafür auch zustimmendes Nicken erhalten. Ich möchte mich daher auch gar nicht sonderlich lange mit den Zeilen von Frau Stokowski aufhalten, sondern mich mit einer Studie beschäftigen, die sie in ihrem Artikel verlinkt.

Sie schreibt:

Es geht um eine Reform, die Feministinnen seit Langem fordern, die wegen der Istanbul-Konvention seit Jahren fällig ist und im Grundsatz fraktionsübergreifend befürwortet wird. Rückert findet das verheerend: „Das Intime gerät in Verdacht, das Schlafzimmer wird zum gefährlichen Ort.“ Gefährlich für diejenigen, die potenziell Täter oder Täterin werden könnten. Für potenzielle Opfer hingegen war das Schlafzimmer bisher schon „ein gefährlicher Ort“: Im Jahr 2004 gaben in einer repräsentativen Studie in Deutschland 25 Prozent der Frauen an, körperliche und/oder sexualisierte Gewalt durch den Partner oder Ex-Partner erlebt zu haben. Längst nicht alle zeigen die Taten an. [Hervorhebung nicht im Original]

25% der Frauen, also jede Vierte, hat schon einmal körperliche und/oder sexualisierte Gewalt durch den Partner oder Ex-Partner erlebt? Das klingt ja ungeheuerlich. Und aus dem Grund habe ich mir die Studie Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland einmal etwas genauer angeschaut.

Aus meiner Sicht sind vor allem drei zentrale Fragen relevant: 1. Wie sind körperliche und/oder sexualisierte Gewalt definiert? 2. Mit welcher Methodik wurden die Daten erhoben? 3. Wie setzen sich die besagten 25% aus der Stichprobe zusammen?

1. Die Definition von körperlicher und sexualisierter Gewalt:

Die körperlichen Gewalthandlungen, die im Rahmen der Studie abgefragt wurden, umfas­sen ein breites Spektrum an Gewalthandlungen, von leichten Ohrfeigen und wütendem Wegschubsen über Werfen oder Schlagen mit Gegenständen bis hin zu Verprügeln, Wür­gen und Waffengewalt (vgl. Itemliste 1 im Anhang dieser Broschüre).

[…]

Im Vergleich zu den erfassten Handlungen körperlicher Gewalt bezogen sich die Items zu sexueller Gewalt auf einen engeren Gewaltbegriff, der ausschließlich strafrechtlich relevan­te Formen wie Vergewaltigung, versuchte Vergewaltigung und unterschiedliche Formen von sexueller Nötigung unter Anwendung von körperlichem Zwang oder Drohungen umfasste (vgl. Itemliste 2 im Anhang)

Fair enough, wie der Engländer sagen würde. Auch wenn ich ein ungutes Gefühl bei der Breite des Spektrums an erfassten Gewalthandlungen habe. Leichte Ohrfeigen und wütendes Wegschubsen werden mit Verprügeln, Würgen und Waffengewalt gleichgesetzt? Naja, dieser Faktor wird ganz bestimmt später in der deskriptiven Statistik berücksichtigt. Oder?

2. Die Methodik:

Die folgenden Überblicksdaten zur Gewaltbetroffenheit der Frauen seit dem 16. Lebensjahr beziehen sich bei körperlicher und sexueller Gewalt auf alle Angaben aus dem mündlichen und schriftlichen Fragebogenteil. Die Überblicksdaten zu sexueller Belästigung und zu psy­chischer Gewalt beziehen sich nur auf die Angaben im mündlichen Fragebogenteil, da zu diesen keine vergleichbaren Untersuchungsinstrumente im schriftlichen Teil vorliegen.

Eine Befragte galt als von einer Gewaltform betroffen, wenn sie in der Einstiegsfrage oder in der nachfolgenden Itemliste angab, mindestens eine der genannten Gewalthandlungen mindestens einmal in ihrem Erwachsenenleben erlebt zu haben; weitere Differenzierun­gen wurden dann anhand der nachfolgenden Angaben zu erlebter Gewalt vorgenommen. [Hervorhebung nicht im Original]

Natürlich wird dieser Faktor nicht berücksichtigt. Stattdessen reicht bereits der Umstand, dass eine Befragte irgendwann seit ihrem 16. Lebensjahr einmal „wütend geschubst“ wurde (welchen Mehrwert auch immer das Adjektiv dabei hat), um als „Opfer von Gewalt“ klassifiziert zu werden. Das dürfte wohl die beste Methode sein, um seine Zahlen inflationär aufzublähen. It’s not a bug, it’s a feature.

Und entsprechend sieht dann auch die erste Itemliste der mündlichen Befragung aus:

Studie_GewaltFrauenItemliste1

Beißen, Kratzen, Schubsen, Arm umdrehen auf der gleichen Stufe mit Verprügeln, Würgen, Verbrühen und Waffengewalt. Vermutlich sind unter dieser Definition 99% aller Menschen schon einmal „Opfer von Gewalt“ geworden, wenn sie auch nur eine öffentliche Schule besucht haben. Itemliste 2 ist komischerweise deutlich fokussierter und daher auch nachvollziehbarer:

Studie_GewaltFrauenItemliste2Mich dünkt, hier wurde in vollem Bewusstsein die Definition einer Gewaltform, nämlich der körperlichen Gewalt, so offen und breit wie möglich gestaltet, um noch einen Plan B in der Hinterhand zu halten, falls die erhobenen Daten am Ende nicht ins gewünschte Bild passen.

Da habe ich den Autoren aber dann doch zu viel „Anerkennung“ entgegenbringen wollen. Sie haben stattdessen einfach noch einen Fragebogen, mit einer eigenen Itemliste erstellt, um körperliche und sexuelle Gewalt in Paarbeziehungen zu erfragen:

Studie_GewaltFrauenItemliste4_1

Hm. Die Art und Weise der Befragung kommt mir irgendwie bekannt vor. Warum genau erfasst man hier nicht „ausschließlich strafrechtlich relevan­te Formen wie Vergewaltigung, versuchte Vergewaltigung und unterschiedliche Formen von sexueller Nötigung unter Anwendung von körperlichem Zwang oder Drohungen“, so wie in Fragebogen Nummer 2? Ein Schelm wer Böses dabei denkt.

3. Die Zusammensetzung der zitierten 25%:

Und tadaa, was sehen wir dann in der deskriptiven Statistik?

Studie_GewaltFrauenItemliste3

Sexuelle Gewalt allein kommt „nur“ auf 12% bzw. 13% wenn auch noch die Daten aus einem weiteren, schriftlichen Fragebogen mit einbezogen werden. Dieser Wert war den Autoren offenbar zu gering und überraschenderweise ist nahezu jede dritte Befragte schon einmal Opfer von körperlicher Gewalt gewesen. Warum also nicht einfach eine weitere Kategorie erstellen, in der man dann mit einem zusätzlichen Fragebogen ermittelt, ob eine Befragte sexuelle oder körperliche Gewalt durch den Partner erlitten hat? Und schon sind wir bei den von Frau Stokowski zitierten 25%. Klingt natürlich deutlich besser, nicht wahr?


Jetzt bin ich bei einer weiteren Betrachtung der Formulierungen in der Tabelle aber doch noch mal etwas stutzig geworden. In der Legende findet sich folgende Erklärung:

die Anteile erhöhen sich,wenn Angaben aus schriftlichem Fragebogen einbezogen werden (siehe Angaben in Klammern bei türkischen/osteuropäischen Migrantinnen und Hauptuntersuchung).

Das heißt, dass die Zahlen ohne Klammern sich nur aus der mündlichen Befragung zusammensetzen, während sich die Zahlen mit Klammern entweder nur aus der schriftlichen Befragung oder aus mündlicher und schriftlicher Befragung zusammensetzen. Der Text ist in Bezug darauf leider nicht eindeutig. Für die Hauptstudie (also die dunkel-orange Spalte), wird aber noch einmal explizit gesagt, dass es sich hier nur um die schriftliche Befragung bei den Zahlen in Klammern handelt (****).

Warum sinkt die Zahl von 25% auf 13%, wenn man eine schriftliche Befragung durchführt? Dieser Unterschied ist definitiv nicht zu vernachlässigen. Wurden hier den Befragten bei der mündlichen Befragung bestimmte Antworten nahegelegt?

Die letzte Kategorie lautet außerdem „sexuelle oder körperliche Gewalt durch Partner“. Itemliste 5 beschreibt aber die „Erfassung von körperlicher und sexueller Gewalt in Paarbe­ziehungen im schriftlichen Fragebogen“.

Woraus setzen sich also die 25% zusammen, die laut der Legende aus einer mündlichen Erhebung stammen müssen, wenn nur eine schriftliche Befragung über körperliche und sexuelle Gewalt vorgenommen wurde? Wurden hier dann letztendlich doch die Werte aus Itemliste 1 und 2 zusammengeworfen?

Möglicherweise übersehe ich hier etwas. Oder die Studie ist einfach irreführend und basiert auf einer unpräzisen und schlechten Methodik. You decide.

Doktorant empfiehlt: SkepTorr

Weiter geht es mit der Reihe „Youtube-Kommentatoren, die gute Inhalte produzieren, jedoch unerklärlicherweise weitestgehend unbekannt geblieben sind“. Daher meine heutige Empfehlung: SkepTorr! Ein israelischer Youtuber, der sich mit den Themen Feminismus, Atheismus, sowie Religion und Politik im Allgemeinen beschäftigt. In folgendem Video analysiert und zerlegt er die sehr bedenkliche Argumentationsweise von AronRa, einem bekannten Wortführer der atheistischen Bewegung aus den USA, der eigentlich für eine kritische Denkweise eintreten und diese auch praktizieren sollte. Wenn es um das Thema Feminismus geht, vergisst er diese Prinzipien allerdings. Viel Spaß!

Die Recherche: „Toxic Masculinity“

Toxic Masculinity. Dieser Begriff taucht immer häufiger in Online-Diskussionen über die Gender-Debatte, sowie in nationalen und internationalen Mainstream-Publikationen auf. Eine eindeutige Definition darüber, was dieser Begriff denn eigentlich bedeutet und welche Eigenschaften bzw. Verhaltensweisen eines Menschen unter diesen Begriff fallen, bleibt in den meisten Fällen unklar. Auch eine simple Google-Suche führt weder zu seriösen Quellen, noch zu einer Beantwortung der anfänglichen Fragen.

Aber wie heißt es doch so schön: „Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, muss der Prophet zum Berg kommen.“ und in diesem Sinne habe ich mich auf die Suche nach einer seriösen und wissenschaftlich validierten Definition des Begriffs Toxic Masculinity gemacht und bin dabei auf folgendes Paper gestoßen, welches im Journal Of Clinical Psychology im Jahr 2005 veröffentlicht wurde. Der Autor Terry A. Kupers analysiert in seinem Artikel „Toxic Masculinity as a Barrier to Mental Health Treatment in Prison“ den Begriff im Zusammenhang  mit der Behandlung psychischer Erkrankungen von Gefängnisinsassen.

Im Verlauf der Einleitung gibt Kupers folgende Definition für den Begriff der Toxic Masculinity:

Toxic masculinity is the constellation of socially regressive male traits that serve to foster domination, the devaluation of women, homophobia, and wanton violence.

Übersetzt also: Toxic Masculinity ist das Zusammenwirken von „sozial-regressiven männlichen Wesenszügen“, welche die Entstehung und das Bestehen von Dominanz, der Abwertung von Frauen, Homophobie und kriminelle/mutwillige Gewalt begünstigen.

Was genau diese „sozial-regressiven männlichen Wesenszüge“ sein sollen, bespricht Kupers in einem späteren Abschnitt und bezieht hier stark den Begriff der Hegemonic Masculinity mit ein:

Connell defines hegemonic masculinity as the dominant notion of masculinity in a particular historical context (Connell, 1987). In contemporary American and European culture, it serves as the standard upon which the “real man” is defined. According to Connell, contemporary hegemonic masculinity is built on two legs, domination of women and a hierarchy of intermale dominance (Connell, 1987; Jennings & Murphy, 2000). It is also shaped to a significant extent by the stigmatization of homosexuality (Frank, 1987). Hegemonic masculinity is the stereotypic notion of masculinity that shapes the socialization and aspirations of young males (Pollack, 1998). Today’s hegemonic masculinity in the United States of America and Europe includes a high degree of ruthless competition, an inability to express emotions other than anger, an unwillingness to admit weakness or dependency, devaluation of women and all feminine attributes in men, homophobia, and so forth (Brittan, 1989). Hegemonic masculinity is conceptual and stereotypic in the sense that most men veer far from the hegemonic norm in their actual idiosyncratic ways, but even as they do so, they tend to worry lest others will view them as unmanly for their deviations from the hegemonic ideal of the real man. [Hervorhebung nicht im Original]

Offensichtlich müssen wir uns auch Connells Ausführungen über Hegemonic Masculinity genauer anschauen, um zu verstehen woher dieser Begriff kommt und womit er gestützt wird. Connell schreibt dazu in ihrem Buch „Gender and Power: Society, the Person and Sexual Politics“ aus dem Jahr 1987 folgendes:

Connell1987_Hegemonic Masculinity_3

Connell definiert hier also den Begriff der Hegemonic Masculinity und stützt diesen mit… *Trommelwirbel* nichts. Es gibt angeblich einen „strukturellen Fakt“, nämlich den der „globalen Dominanz“ von Männern über Frauen. Warum das ohne begründeten Zweifel so ist, woran wir das sehen können, wie wir das nachvollziehen können, darüber wird auch in den folgenden Abschnitten kein Wort verloren. Es ist so und auf dieser Prämisse wird alles weitere aufgebaut. Dabei wäre es gerade hierfür notwendig, einen empirischen Beleg für diese vermeintliche Dominanz zu präsentieren.

In einem Absatz kurz darauf lässt Connell dann die nächste Katze aus dem Sack:

Connell1987_Hegemonic Masculinity_4

Ihr Konzept bzw. ihr theoretischer Bezugsrahmen der Hegemonic Masculinity basiert also nicht auf  belegten Kausalitäten. Stattdessen zäumt sie das Pferd von hinten auf, schaut sich den Sachverhalt an, dass die angeblich global-dominante Männlichkeit noch nicht alle anderen Identitäten ausgelöscht hat und schlussfolgert dann, dass es deswegen ein „Gleichgewicht der Kräfte“ geben muss. Die dominante Form der Männlichkeit unterdrückt also lieber, als zu vernichten. Warum, wieso, weshalb… das interessiert nicht.  Die Tatsache, dass es neben der vermeintlich dominanten Form von Männlichkeit auch noch weitere Formen von Männlichkeit und Weiblichkeit gibt, ist kein Beweis dafür, dass es überhaupt solch eine dominante Form von Männlichkeit gibt.

Kommen wir nach dieser kurzen und enttäuschenden Reise in die Vergangenheit zurück zu Kupers Artikel. Er schreibt noch folgendes zum Begriff der Toxic Masculinity:

The term toxic masculinity is useful in discussions about gender and forms of masculinity because it delineates those aspects of hegemonic masculinity that are socially destructive, such as misogyny, homophobia, greed, and violent domination; and those that are culturally accepted and valued (Kupers, 2001).

Toxic Masculinity beschreibt also eine Teilmenge der Hegemonic Masculinity; konkret beschreibt der Begriff die negativen bzw. sozial-destruktiven Wesenszüge von Männlichkeit. Kupers führt danach noch einmal aus:

Toxic masculinity is constructed of those aspects of hegemonic masculinity that foster domination of others and are, thus, socially destructive. Unfortunate male proclivities associated with toxic masculinity include extreme competition and greed, insensitivity to or lack of consideration of the experiences and feelings of others, a strong need to dominate and control others, an incapacity to nurture, a dread of dependency, a readiness to resort to violence, and the stigmatization and subjugation of women, gays, and men who exhibit feminine characteristics.

Die Frage danach, warum alle diese Eigenschaften bzw. Wesenszüge nicht auch auf Frauen bzw. Weiblichkeit zutreffen können, bleibt natürlich unbeantwortet.

Zusammengefasst: Toxic Masculinity ist ein nicht belegtes Konzept, welches auf dem nicht belegten Konzept der Hegemonic Masculinity basiert. Mit diesem werden negative Wesenszüge, welche bei jedem Menschen vorkommen können, willkürlich einer „Form der Männlichkeit“ zugeschrieben. Dies ist aber weder validiert, noch lässt sich der gesamte theoretische Bezugsrahmen falsifizieren. Und sowas nennt sich dann Wissenschaft.

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Doktorant empfiehlt: Noelplum

Auf den ersten Blick könnte man meinen, noelplum99 wäre auch nur ein weiterer unter den vielen Youtube-Kommentatoren, die sich u.a. mit den Themen Feminismus, Free Speech und der damit zusammenhängenden Politik befassen. Auch wenn er von seinem Stil her einige Ähnlichkeiten mit Sargon of Akkad aufweist, so fällt jedoch auf, dass Noelplum fast immer ein wenig nuancierter recherchiert und argumentiert, was ihn jedoch mit seiner Meinung ebenso oft genau zwischen die beiden Diskussionslager positioniert. Dieses weniger starke Polarisierungspotenzial ist vermutlich auch einer der Gründe, warum er bisher deutlich weniger Aufwind als besagter Sargon of Akkad bekommen hat. Nichtsdestotrotz (oder gerade deswegen) lohnt sich ein Blick in seine Videobeiträge. Viel Spaß!

Michael Buchinger versteht nicht: Feminismus

Heute mal ein kleines Experiment in Videoform anstatt des üblichen Blogartikels:

Verbesserungsvorschläge und  Feedback sind natürlich erwünscht und ich behalte mir vor in Zukunft weitere Videos zu erstellen, in Abhängigkeit der allgemeinen Resonanz.

„Gewalt: Es ist kein Weißer“

Margarete Stokowski. Das Lesen dieses Namens löst in meinem Kopf normalerweise eine Kaskade immer stärker werdender Schmerzen aus, die ich nur wieder los werde, wenn ich die, dem Namen nachfolgenden, geistigen Ergüsse einfach so gut wie möglich ignoriere.

Gestern jedoch, war alles anders. Vor meinem geistigen Auge spielte sich eine Szene aus einem Paralleluniversum ab. Ein Universum, in dem das kollektive Beschuldigen einer demographischen Gruppe völlig in Ordnung war. In dem Menschen für Körpermerkmale, über die sie keinerlei Kontrolle haben, angeklagt und in einen Topf mit Vergewaltigern, Mördern und Kinderschändern geworfen werden können. Einfach so. In diesem Paralleluniversum machte ich wie gewohnt die Webseite von Spiegel-Online auf und musste Folgendes lesen:

Kommt es zu einer Gewalttat, fragen wir nach der Geschichte des Täters, nach seinem Geschlecht, nach seiner Ideologie und seiner Motivation. Nach der Hautfarbe zu fragen, haben wir uns abgewöhnt. Warum?

Wenn wir von einer Schwangerschaft erfahren, stellen wir oft zwei Fragen: Wann ist es so weit? Und: Weiß man schon, was es wird? Wenn wir von Schlägereien, Massenmord, Vergewaltigung oder Mord hören, fragen wir nicht mehr: Weiß man schon die Hautfarbe? Wir gehen davon aus, dass es nicht-hellhäutige Personen waren.

[…]

Der Schauspieler Wendell Pierce, bekannt aus „The Wire“, wurde aufgrund mutmaßlicher Körperverletzung in Gewahrsam genommen. Mehr als 50 Frauen, unter ihnen eine Vielzahl hellhäutig, werfen dem Comedian und Schauspieler Bill Cosby sexuellen Missbrauch vor. Ein dunkelhäutiger Mann aus dem US-Bundestaat Georgia erschoss skrupellos mehrere seiner Familienmitglieder. Sogar die Gewalt unter schwarzen Teenagern ist weit verbreitet: Im April wurden einer 16-jährigen von mehreren Mitschülerinnen so starke Verletzungen zugefügt, dass sie kurz darauf in einem Krankenhaus verstarb.

In Italien wurde erst vor kurzem ein hochrangiger Menschenhändler mit dunkler Hautfarbe festgenommen. Black Lives Matter-Aktivisten rufen immer wieder offen zu Unruhen und Gewalt auf, die dann in entsprechenden Taten resultieren. Die Gang-Kriminalität macht auch nicht vor neunjährigen Kleinkindern halt. Und auch das Massaker in Orlando, welches mit 50 Toten und mehr als 50 Verletzten endete, wurde von einem nicht-hellhäutigen Mann mit Abstammung aus Afghanistan durchgeführt.

[…]

Wir reden nicht über Hautfarbe oder Herkunft, obwohl wir umgeben sind von Gewalt, die von nicht-hellhäutigen Menschen ausgeht. In den USA erfasste das FBI 2015 jeden Tag rund 13 Vergewaltigungen von Schwarzen bzw. Afroamerikanern, und das sind nur die Fälle, die bei der Polizei angezeigt wurden, die Dunkelziffer ist wesentlich höher. Insgesamt waren unter den Verdächtigten im Bereich Sexualstraftaten 24,3% Afroamerikaner, obwohl diese nur 12,6% der Gesamtbevölkerung in den USA ausmachen. Laut den Verbrechensstatistiken des FBI sind eine Vielzahl an Verstößen gegen das Gesetz in der nicht-weißen Bevölkerung der USA überproportional vertreten.

[…]

Immer sind es die Weißen, die ihr Verhalten anpassen sollen

Im Englischen gibt es den Begriff der „toxic blackness“, also einer Lebensweise, die auf Dominanz und Gewalt basiert und Gefühle nicht zulässt. Dazu gehört auch die Vorstellung einer gigantischen Ladung sexueller Triebhaftigkeit, die nur mit Mühe in zivilisierten Bahnen gehalten werden kann. Es ist ein Problem, wenn Afroamerikanern immer wieder erzählt wird, dass ein „richtiger Schwarzer“ nicht weine, eine ausschweifende und geradezu animalische Sexualität habe und alles, was sich ihm in den Weg stellt, eigenhändig beiseite räumen müsse – ein Problem für Weiße und Schwarze.

[…]

Wir halten es für eine verdammte Selbstverständlichkeit, dass ein Weißer in der Dämmerung nicht mehr im Wald joggen gehen sollte. Ein Weißer. Immer sind es die Weißen, die ihr Verhalten anpassen sollen. Vielen Schwarzen ist nicht klar, wie sehr Weiße die Angst und den Schutz vor Gewalt in ihren Alltag integrieren. Wie sehr wir ein Klima von Bedrohung für normal halten. Wie oft wir ein Taxi nehmen, um nach Hause zu kommen, nicht aus Bequemlichkeit, sondern um sicher nach Hause zu kommen. Wenn wir das Geld haben.

Selbst Schwarze, die sich für komplett harmlos halten, können etwas dafür tun, dieses Klima der Angst zu ändern. Wenn Sie zum Beispiel abends auf der Straße allein hinter einem Weißen laufen und dieser Ihre Schritte hört, oder wenn Sie ihm entgegenkommen, wechseln Sie doch die Straßenseite. Sie ahnen nicht, wie erleichternd das sein kann.

Was sollte mir dieser rassistische Artikel aus dem Paralleluniversum nun sagen?

Genau. Dass es vollkommen absurd wäre, alle Mitglieder einer demographischen Gruppe kollektiv an den Pranger zu stellen, nur weil andere Menschen aus dieser Gruppe, mit denen sie zufälligerweise die gleiche Hautfarbe oder die gleiche Herkunft teilen, der statistischen Wahrscheinlichkeit nach häufiger Verbrechen begehen. Genauso wenig Sinn würde es ergeben, den Grund für diesen Befund an einer angeblichen intrinsischen Eigenschaft dieser Gruppe festzumachen; sei es vermeintlich „von Natur aus“ oder anerzogen. Weiterhin sollten die irrationalen Ängste der einen Gruppe, nicht als legitime Begründung für eine erwartete/geforderte Verhaltensanpassung der anderen Gruppe anerkannt werden. Vor allem dann nicht, wenn die Statistiken gegen diese irrationalen Ängste sprechen und besagte Gruppe sogar sicherer ist, als jede andere.

Aber zum Glück lebe ich ja nicht in diesem Paralleluniversum. Stattdessen darf ich mir dann ansehen, wie sich Frau Stokowski mit den gleichen Fehlschlüssen und der gleichen Hetze, nicht an der Hautfarbe, sondern an den Genitalien abarbeitet. Yay!

Biologie-Kultur-Ideologie: Ein Modell (2)

Der nächste Schritt in meinem Biologie-Umwelt-Gesellschaft-Interaktionsmodell wird das Hinzufügen des Faktors „Wissenschaft und Technologie“ sein. Bevor ich jedoch dazu komme, ist es notwendig ein paar der von mir verwendeten Begriffe zu definieren, um mögliche Verwirrungen und Missverständnisse etwas abzudämpfen. Unter meinem letzten Post zu diesem Modell ist ja eine doch relativ hitzige Debatte entbrannt und aus diesem Grund möchte ich zwei Punkte noch einmal detaillierter aufgreifen.

Die größte Unschärfe dürfte, meiner Meinung nach, in den Begriffen „Gen“ und „Umweltfaktor“ liegen. Daher jetzt der Versuch einer Definition:

Beginnen wir mit dem Genbegriff. Dafür habe ich das Lehrbuch „Biologie“ von Campbell und Reece aus meinem Schrank geholt und entstaubt. Hier findet sich folgender Satz zur Definition eines Gens:

Ein Gen ist ein Abschnitt der DNA, der zur Herstellung eines RNA-Moleküls benötigt wird. (Biologie Campbell & Reece, 6. Auflage, S. 381)

So kommen wir jetzt also vom Regen in die Traufe. Um den Genbegriff zu verstehen, müssen wir zuerst verstehen was DNA und RNA sind.

Die Desoxyribonukleinsäuren (oder DNS/DNA) sind Makromoleküle, die genetische Informationen codieren und in allen Zellen eines Organismus reproduziert werden. Um diese genetischen Informationen auslesen zu können, wird über den Vorgang der Transkription aus einem Abschnitt der DNA ein RNA-Molekül erstellt. Die Ribonukleinsäuren (oder RNS/RNA) sind der DNA sehr ähnlich. Ein Hauptunterschied ist jedoch, dass die RNA einzelsträngig ist, während die DNA doppelsträngig ist (die bekannte Helix-Form). Weiterhin kann die RNA im Gegensatz zur DNA aus dem Zellkern geschleust werden. Das ist notwendig, da die Proteinbiosynthese (zumindest bei Eukaryoten) außerhalb des Zellkerns an den Ribosomen geschieht. Aus der übertragenen Information kann jetzt im Prozess der Translation ein Protein erstellt werden.

Das ist natürlich nur ein sehr stark gekürzter Abriss der Genexpression, sollte aber für das allgemeine Verständnis des Genbegriffs ausreichen. Noch einmal zusammengefasst:

Genetische Informationen = DNA –> RNA –> Proteine

Die Proteine stellen die Hauptbestandteile aller Zellen dar. Zellen wiederum bilden die Grundlage aller Organismen. Wir haben es hier also mit einem gerichteten Prozess zu tun, der letztendlich zum Phänotyp eines Organismus führt.

Gene sind somit Teilabschnitte der Informationen, die für die Herstellung von biologisch-aktiven Molekülen codieren.


 

Die Definition des Begriffs „Umweltfaktor“ stellt sich als etwas schwieriger heraus:

Die erste Unterteilung, über die nahezu überall Einigkeit besteht, ist die in abiotische und biotische Umweltfaktoren. Abiotische Umweltfaktoren sind ebenfalls relativ eindeutig: Hierzu zählen physikalische und chemische Faktoren wie Temperatur, Sonnenlicht, Sauerstoff, Wasser und ganz allgemein das Vorhandensein von Nährstoffen/Ressourcen.

Was alles unter die Kategorie der biotischen Umweltfaktoren fällt, ist jedoch weniger klar: Klassischerweise (d.h. wenn wir uns die Dynamiken von Tierpopulationen anschauen) werden hierzu Prädation, Parasitismus, Konkurrenz und Symbiose gezählt. Alle diese Konzepte beziehen sich jedoch auf die Interaktionen zwischen verschiedenen Arten. Innerhalb einer Art bzw. einer Population gibt es natürlich auch Faktoren wie Konkurrenz und Kooperation. Zusätzlich finden wir hier noch die sexuellen (sexuelle Selektion) und sozialen Interaktionen (z.B. Brutpflege).

Es gibt hier also einen klaren Bruch zwischen inter- und intraspezifischen Wechselbeziehungen und diesen möchte ich auch noch einmal in meinem Interaktionsmodell verdeutlichen. Gesellschaft und Kultur der Spezies Mensch kategorisiere ich unter den intraspezifischen Wechselbeziehungen, was sich daher auch in der Position dieses Faktors in meinem Modell niederschlägt. Im Gegenzug dazu setzen sich die Umweltfaktoren an der Basis des Modells aus abiotischen und interspezifischen biotischen Faktoren zusammen. Das aktualisierte Modell sieht dann folgendermaßen aus:

Modell1B
Biologie-Umwelt-Gesellschaft-Interaktionsmodell 1b

Feminismus und Zensur: Eine unheilige Allianz

Netzfeminismus ist ja in vielen Fällen eher inkompetent als qualifiziert. Eher plump als raffiniert. Eher amüsant als gefährlich.

Dieses Bild ändert sich aber in jenem Moment, in dem sich die Interessen und Ziele des Feminismus und der von Regierungsorganisationen überschneiden. Dieser Artikel aus der TAZ mit dem Titel „Das Internet zurückerobern“ zeichnet ein erschreckendes Abbild von genau dieser unheiligen Allianz.

So wie ihr geht es vielen Frauen, die regelmäßig das Internet nutzen. Das Phänomen hat unterschiedliche Namen – Hasskommentare, Hate Speech oder Cybersexismus – und es ist ein großes Problem. Netzfeministinnen machen seit Jahren darauf aufmerksam. Endlich scheint sich etwas zu tun: Diese Woche einigten sich die EU und wichtige Online-Netzwerke auf ein gemeinsames Vorgehen gegen Hasskommentare.

Sind wir also wieder an diesem Punkt. Der nächste Zensurvorstoß, vorangetrieben von Personen wie Anne Wizorek und anderen, selbsternannten NetzfeministInnen. Dass diesen jedes Mittel Recht ist, um die Deutungshoheit in den von ihnen geführten Debatten zu behalten, ist ja bereits hinlänglich bekannt. Und auch die europäischen Regierungsorgane würden sich jederzeit einen Arm ausreißen, um endlich eine legitime Möglichkeit zur Entfernung von unerwünschten Meinungsäußerungen in der anderen Hand zu halten. Dieser neue EU-Beschluss ist scheinbar genau das, worauf beide Lager gewartet und hingearbeitet haben. Unter diesem werden Firmen und deren große soziale Netzwerke, wie Facebook, Twitter und Youtube, dazu verpflichtet „illegale Hassäußerungen“ innerhalb von 24 Stunden zu erkennen und zu entfernen. Gleichzeitig sollen „positive Gegenerzählungen gezielt gefördert werden“. Letztendlich soll hier also von der europäischen Regierungsebene aus auf den öffentlichen Diskurs Einfluss genommen werden. Wie das dann am Ende konkret aussieht und welche „Erzählungen“ unter die Entfernung bzw. Förderung fallen, bleibt unklar. Vermutlich bewusst.

Kraut and Tea weist in einem seiner Videos daraufhin, dass der Begriff „Hate Speech“ in den nationalen Rechtsordnungen der Mitgliedsstaaten der EU nicht unterschiedlicher und unschärfer formuliert sein könnte. Diese Initiative der EU würde an diesem Umstand mit hoher Wahrscheinlichkeit nichts ändern. Ganz im Gegenteil, man würde nationale „Hate Speech“-Gesetze aushebeln, wenn diese weniger strikte Rahmen setzen. Dieser Beschluss könnte also ein probates Mittel darstellen, um eine Vielzahl an „unerwünschten“ Meinungsäußerungen völlig legal aus den öffentlichen Debatten zu entfernen.

Als besonders interessant stellen sich natürlich die Begründungen für eine solche EU-weite Maßnahme heraus:

Wie real dieser Hass ist, zeigen nicht nur individuelle Erfahrungen, sondern auch diverse Studien. Der britische Thinktank Demos filterte drei Wochen lang Tweets nach den Worten „slut“ oder „whore“. Weltweit wurden in diesem Zeitraum 80.000 Nutzer_innen mit 200.000 solcher Tweets beleidigt. Auch der Guardian beschäftigte sich mit Hate Speech, und zwar auf der eigenen Webseite. Das Ergebnis: Obwohl die Mehrheit der Journalist_innen männlich ist, befinden sich unter den zehn am häufigsten beleidigten Autor_innen acht Frauen und zwei schwarze Männer.

Ich bin immer wieder beeindruckt, mit welcher Vehemenz bestimmte mediale Vertreter ihre Agenda vorantreiben und sich dabei einen Dreck darum scheren, wie offensichtlich verbogen die eigene Narration doch ist. Vielleicht haben wir aber auch inzwischen ein Stadium erreicht, in dem die blanke Grobschlächtigkeit schon wieder als perfide angesehen werden muss.

Denn dass die Befunde der Demos-Studie aufzeigen, dass die Mehrheit der aggressiven Tweets mit besagtem Inhalt von Frauen verschickt wurden, wird hier natürlich nicht erwähnt. Wenn das Geschlechterverhältnis zwischen „Täter“ und „Opfer“ jedoch wieder mit der Narration konform geht – wie im Fall der „Studie“ des Guardian – dann weist man mit Nachdruck darauf hin. Achja, und da waren ja noch die Ergebnisse des PewResearchCenter über online harassment, die man hier unerklärlicherweise auch nicht aufführt. So sieht Cybersexismus also im Jahr 2016 aus.

Aber auch Frau Wizorek scheut sich nicht eine gute Portion kognitiver Dissonanz zur Schau zu stellen:

Wenn ich daran denke, wie unbeschwert ich noch vor ein paar Jahren im Netz unterwegs war und was ich dort gepostet habe, dann bin ich immer überrascht, wie leichtfüßig ich unterwegs war. Das ist heute nicht mehr so“, sagt Wizorek auch über sich selbst. „Es entsteht eine Schere im Kopf.“

Natürlich. In einer Gesellschaft, in der die freie Meinungsäußerung noch in weiten Teilen ungehindert ausgeübt werden kann, muss man eine Selbstzensur vornehmen, weil einem sonst „Hass“ entgegenschwappt. Kleiner Tipp: Vielleicht sollte man die Definitionen von „Hass“ und „Kritik“ noch einmal nachschlagen und anschließend den eigenen Standpunkt neu evaluieren.

Im Grunde wissen wir aber alle: Das wird nicht geschehen. Stattdessen wird ein staatlicher Zensurapparat gefordert, der uns den Safe Space ermöglicht, den wir uns alle schon so lange wünschen. Denn die naheliegendste Lösung – die Option zur selbst bestimmten Handlung – ist heute nicht mehr „zeitgemäß“:

„Wenn Frauen oder andere Gruppen in sozialen Netzwerken Drohungen erhalten und dann zur Polizei gehen, um Anzeige zu erstatten und sie dann erstmal gefragt werden: Was ist denn Twitter? Und dann als Antwort kommt: Dann hören sie eben auf, dort zu schreiben, dann ist das nicht zeitgemäß.“

Die sprachliche Unschärfe, die hier zur Verwendung kommt, ist schon faszinierend. Was meint Frau Wizorek? Von welcher Art „Drohungen“ ist hier die Rede? Ein kritischer Tweet? Oder geht es hier um die viel beschworenen Morddrohungen, die zwar immer wieder angeführt, aber komischerweise nie nachgewiesen werden. Und ja, im letzteren Fall sollte die Polizei ihre Arbeit ernst nehmen und entsprechende Ermittlungen aufnehmen. Da es aber nicht um Morddrohungen geht, die auch nach heutigem Recht bereits illegal sind und polizeiliche Ermittlungen nach sich ziehen, sondern offenbar um andere Formen der „Drohung“, bleibt unklar, wieso die Blockier-Option auf Twitter/Facebook/Youtube als bereits vorhandene Lösung nicht ausreicht.

Ein egalitäres Netz ist laut Wizorek aber im Interesse aller: „Wenn sich Frauen aus dem Netz verdrängen lassen, wird unsere gesellschaftliche Vielfalt nicht abgebildet. Und das ist schade, weil das Internet ursprünglich so ein Emanzipationspotential hatte.“ Wir verspielen damit eine Chance für eine gleichberechtigtere Gesellschaft.

Diese paternalistische Denkweise ist ja kaum auszuhalten. Egalitär ist also, wenn alle den gleichen Zugang zum Netz, aber auch gefälligst die gleiche Meinung haben. Insofern Frauen sich wirklich von unhöflichen/unangenehmen Nachrichten aus dem Internet verdrängen lassen, dann liegen Ursache und Lösung des Problems mit Sicherheit nicht in staatlicher Einflussnahme und Zensurmaßnahmen.

Auf diesen Gipfel der kognitiven Dissonanz fällt mir als Schlusswort eigentlich nur ein Zitat von Prof. Gad Saad ein:

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