Post Mortem – Identitätspolitik / Shadowban auf Twitter / #NetzDG [Dokto-RANT #7]

In diesem RANT-Video beschäftige ich mich mit der Reaktion zu meinem letzten Video über Identitätspolitik, rede über meinen Erhalt eines zweitägigen Shadowbans auf Twitter und über das kürzlich beschlossene Netzwerkdurchsetzungsgesetz a.k.a. NetzDG.

Viel Spaß!

 

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7 Gedanken zu “Post Mortem – Identitätspolitik / Shadowban auf Twitter / #NetzDG [Dokto-RANT #7]

  1. @Doktorant: Wen wählst du und warum? Ich frage, weil ich in einer persönlichen Dilemma bin. Habe nun unzählige Stunden lang deine videos angeschaut und bin zu dem Entschluss gekommen, dass wir beide in sehr vielen Punkten dieselben linksliberalen Ansichten teilen. Ich neige persönlich ja dazu, die SPD zu wählen, habe aber nur gehört, dass diese sich nie an ihre Wahlversprechen halten. Ich weiß ja, dass du sicherlich ungern jemanden beeinflussen möchtest und mit Parteiwerbung nichts zu tun haben willst. Aber trotz längerer Auseinandersetzung weiß ich nicht, welche Partei am Besten dazu geeignet ist, böse und ehrlich ausgedrückt, die Gesellschaft nach meinen Idealen zu formen. Ich hoffe du liest diesen Kommentar in absehbarer Zeit(vor den Wahlen). Würde mich auf eine Antwort freuen.

    Habe hier und unter deinem letzten Youtubevideo diese Frage gestellt, um die Chance auf eine Antwort zu erhöhen.

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  2. Gehts Ihnen gut? Seit Juli nichts mehr gepostet… Ich schaue regelmäßig nach und warte gespannt auf eine neue Breitseite Satire für die Freiheit. Oder wurde der Doktorand promoviert und geht ganz neue Wege? 😉

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  3. Zur zweiten Frage, gab es kürzlich im Waking up Podcast eine interessante Diskussion zwischen Sam Harris und Douglas Murray (https://www.samharris.org/podcast/item/identity-terror).

    Sam Harris argumentiert dort unter anderem, dass die Identitätspolitik der Bürgerrechtsbewegung gegen die Jim Crow Laws in den 50er Jahren moralisch und politisch notwendig gewesen seinen. Dabei grenzt er diese Einschätzungen scharf zur heutigen black lives matter Bewegung ab, die er als gefährlich und spalterisch für die Gesellschaft ansieht.

    Insgesamt ein sehr hörenswerter Podcast, der viele Punkte, die auch in den Dokterant-Videos zur Identitätspolitik gemacht wurden, diskutiert und das Thema darüber hinaus auch noch von anderen Seiten beleuchtet.

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  4. Hey, da du dir ja eine Begriffsdefinition zu „ethnokulturell“ gewünscht hast, will ich versuchen, damit zu dienen. Ich sehe mich selbst nicht als Teil der alt-right, eher als Advokat des gesunden Menschenverstands, allerdings diskutiere ich im englischsprachigen Internet regelmäßig mit Anhängern verschiedener alt-right Gruppen, und da ich laut political compass auch etwas weiter Richtung autoritär (-2.88, 2.41) liege, kann ich daher hoffentlich einigermaßen schlüssig darlegen, um was es eigentlich geht.

    Also erstmal: Der Begriff Ethnokulturelle Identität bezieht sich auf zwei Formen des Nationalismus, die im englischen Internetz (/pol/, etc.) immer klar getrennt werden.
    Ethnic nationalism und civic nationalism.

    Ethnic nationalism ist die Ansicht, dass Länder für bestimmte Ethnien da sind und Immigration von Menschen anderer Ethnien nicht oder nur mit klarer Obergrenze zugelassen werden sollte, um unter anderem Kultur und gemeinsame Werte zu waren, und zu sichern, dass keine Parallelgesellschaften entstehen.
    Civic nationalism entspricht kulturellem Nationalismus, bedeutet also, dass ein Land nicht durch bestimmte Ethnien oder Gruppierungen, sondern allein durch gemeinsame Werte, Kultur und Sprache bestimmt wird und jeder, der diese annimmt bzw. unterstützt, Bürger des Landes werden kann.

    Ethnischer Nationalismus ist also die extremere Form des Kulturellen Nationalismus bzw. dieser ist im Ethnischen Nationalismus enthalten.
    Definition: Eine ethnokulturelle Identität ist in diesem Kontext also die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Ethnie (genetisch), die als Hauptbevölkerung eines Landes wahrgenommen wird, wie auch das Teilen der Ideale, Normen und Werte (Kultur) des gesellschaftlichen Konsens des Landes. Hier geht es mehr um gesellschaftliche Umgangsformen und Wertvorstellungen, als um geschichtlich etablierte Fakten und Traditionen (z.B. Oktoberfest).

    Dazu zählen z.B. Vorstellungen wie „Du sollst nicht töten“, dem gegenüber „Auge um Auge, Zahn um Zahn“, oder „Im Umgang mit Fremden muss deren Gesicht sichtbar sein“ vs. Burka, und auch „Straftäter sind auch Menschen, sie sollen eine Chance bekommen, wieder in die Gesellschaft integriert zu werden“ vs „In erster Linie müssen Straftäter bestraft werden, um die Gesellschaft vor ihnen zu schützen“, um einige, nicht deutschlandspezifische Beispiele zu nennen.

    Anm: Es geht hier trotz des Begriffes Nationalismus weder um die Wirtschaft noch um totale Abschottung. Zwar Stellen sich beide Formen gegen eine übermäßige Globalisierung sowie Zentralisierung (Vereinigte Staaten von Europa), allerdings nur im sinnvollen Rahmen. Es geht nicht darum, grundsätzlich z.B. Import von bestimmten Waren zu verbieten oder sich außenpolitisch abzuschotten.
    Und mit Kultur meine ich hier immer gesellschaftliche Werte, Sprache und Regeln des Zusammenlebens, NICHT Geschichte oder Bauwerke bzw. Institutionen wie Kirchen.

    Ganz grob kann also gesagt werden: Die ethnokulturelle Identität eines Landes zu besitzen sollte damit gleichzusetzen sein, das Recht zu haben, ein Bürger dieses Landes zu sein. Wer die kulturelle Identität nicht teilt, der hat kein wirkliches Interesse, in die Gesellschaft des Landes integriert zu werden. Und die ethnische Identität ist einfach eine weitere Einschränkung auf bestimmte Ethnien.

    Der Begriff ethnokulturelle Identität definiert, wer laut Ethnischem Nationalismus Teil des Landes sein sollte und geht m. M. n. daher zu weit.
    Kulturelle Zugehörigkeit und Kultureller Nationalismus sind durchaus sinnvoll, da sie das Entstehen von Parallelgesellschaften verhindern und dafür sorgen, dass die gesamte Bevölkerung einen gewissen Konsens an Wertevorstellungen teilt. Das Land wird dadurch geeint, das Zusammenleben harmonischer. Europa wird dabei als föderaler Verbund von Staaten wahrgenommen, die jeweils eigene Kulturen und auch abweichende Wertevorstellungen und gesellschaftliche Normen haben können.
    Der Begriff Kultureller Nationalismus ist zwar negativ konnotiert, aber im Grunde beschreibt er nur den Grundgedanken Europas. Im Kontext der Identitätspoltik könnte man sagen, sein Ziel ist, für jedes Land eine eigene (kulturelle) Identität zu schaffen, die friedlich und im regen Austausch zu den Identitäten anderer Länder existiert. So zumindest der optimale/gewünschte Ausgang.

    Ethnischer Nationalismus hingegen schließt hingegen bestimmte Ethnien als Teil der Gesellschaft aus, bzw. nur manche ein und hat somit durchaus rassistische Züge. Inwiefern das Willkür ist und in wiefern es für manche Aussagen doch wissenschaftlichen Rückhalt gibt, lässt sich schlecht beurteilen, da das Thema ja nicht offen in der Gesellschaft diskutiert werden kann und z.T. selbst jahrelang akkreditierte Wissenschaftler plötzlich angegriffen werden, wenn ihre Ergebnisse politisch inkorrekt sind. Nur so viel: Es gibt durchaus, wenn auch teils noch sehr spekulative, wissenschaftliche Ergebnisse.

    Z.B. wird Mikrozephalin, welches in Eurasien weit verbreitet, bei Menschen afrikanischer Abstammung allerdings selten ist, mit der Entwicklung des Gehirns und Intelligenz in Verbindung gebracht.
    Andere, ähnlich mit dem Gehirn bzw. Intelligenz korrelierende Gene, die bei Afrikanern signifikant seltener vorkommen sind: rs236330, rs324650, ASPM, EST00083, C2orf16 rs191912 und einige mehr.
    Ähnlich gibt es auch mit Reizbarkeit und Aggression assoziierte Gene, die bei Menschen afrikanischer Abstammung signifikant öfter vorkommen.
    Des weiteren wird die Komplexität der Sprache mit der Fähigkeit zum abstrakten Denken in Verbindung gesetzt, während auffallend ist, dass es in vielen afrikanischen Sprachen kaum abstrakte Konzepte gibt. Worte für Präzision oder abstrakte Konzepte wie Sprache existieren in manchen Sprachen gar nicht erst.
    Wissenschaftliche Quellen kann ich bei Interesse nachliefern.

    Das alles sind erstmal nur Indizien, allerdings deuten sie darauf hin, dass es tatsächlich wissenschaftliche Argumente für Ethnischen Nationalismus geben könnte und daher sollte dringend weiter in die Richtung geforscht werden.

    Zum Thema Autoritäre Systeme: Ich sehe die Beziehung Autoritär – Liberal etwas anders als du. Im Grunde kann man sagen, dass liberale Ansichten darauf basieren, den Menschen möglichst viele Freiheiten zuzugestehen, um ihnen ein angenehmes Leben zu ermöglichen. Autoritäre Ansichten basieren auf der Erkenntnis, dass eine Gesellschaft ohne Regeln kollabiert, weil es immer schwarze Schafe gibt.
    Ob man eher autoritär oder liberal denkt, hängt letztlich schlicht davon ab, wie pessimistisch oder optimistisch das eigene Menschenbild ist. Ich stimme dir zu, dass hier, so wie eigentlich immer, ein gesundes Gleichgewicht am besten ist, allerdings glaube ich, dass dieses Gleichgewicht etwas mehr Restriktion benötigt.

    Deine Bedenken, dass das „Wohl des Kollektivs“ nicht das Wohl des Einzelnen garantiert, sind gerechtfertigt, allerdings ist die Motivation hinter autoritären Restriktionen oder Regeln (zumindest wäre sie für mich) Menschen von Dingen abzuhalten, die ihnen letztlich Schaden (wie erfolgreich aktuelle Maßnahmen sind, ist ein anderes Thema…).
    Sie sind bloß ein Mittel zum Zweck und sollen dazu dienen, dass bestimmte Fehler nicht immer und immer wieder begangen werden. Insofern sollen ja gerade diese Regeln das Glück des Einzelnen ermöglichen. Ich teile deine Ansicht, dass das am besten funktioniert, wenn man die Regeln auf wirklich Notwendiges begrenzt und vor allem die Regeln auf Basis wissenschaftlicher Ergebnisse und Logik, weniger auf Basis von Moral bildet (z.B. Abtreibung, Gras).

    Ganz unnötig bzw. grundlegend schlecht sind aber auch abstrakte Konzepte wie z.B. Ehre nicht, sofern sie sinnvoll definiert werden, z.B. gilt es in der chinesischen Kultur als Ehrverlust, ein Versprechen zu brechen, folglich liegt die Hemmschwelle, dies zu tun, einfach höher.
    Sinnvoll festzulegen, welche Normen, Werte und Ideal für eine Gesellschaft unabdingbar sind, ist eine extrem schwere Aufgabe, doch sofern sie einigermaßen gut gelöst wird, macht ein autoritäres System, das ebendiese verteidigt, meiner Meinung nach durchaus Sinn.
    Man sollte sich eben die positiven Aspekte aus der Geschichte raussuchen und die negativen oder unnötigen Ablegen (wie Sippenhaft).
    In diesem Kontext ist es auch für autoritäre Ansichten nicht nur möglich, sondern auch vorteilhaft, das Sparsamkeitsgebot ebenfalls einzuhalten. Denn Konzepte, die sich positiv auf das gesellschaftliche Zusammenleben auswirken, sollen gefördert werden, aber wenn sich dieser Konsens gebildet hat, soll nichts Unnötiges hinzugefügt werden. Es soll sozusagen eine Einigung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner ermöglicht werden, nicht auf den größten.

    Dem Problem, dass nur eine kleine Gruppe diskutiert, welche Regeln sinnvoll sind und welche nicht, kann durch Volksabstimmungen begegnet werden. Das ist, so denke ich, ein guter Kompromiss, um Freiheit in einem autoritären System zu ermöglichen – auch bei einem autoritären System kann die Autorität vom Volk bzw. dem Individuum ausgehen. Das war ja auch ursprünglich der Grundgedanke der Demokratie: Ein Kompromiss zwischen Liberalität und Autorität, bei dem man eine gesunde Balance schafft.

    Ich finde übrigens deine Farbwahl bei der Gegenüberstellung Autoritär – Liberal zu beeinflussend. Es wäre besser, neutralere Farben zu nehmen oder Farben an dieser Stelle ganz wegzulassen.

    Und dein Beispiel der Identitätspolitik als Maßnahme des Machtmissbrauchs in kollektivistischen Systemen ist ein schwaches Argument, da es sich nicht gegen autoritäre Gesellschaften richtet.
    In einer funktionierenden autoritären Gesellschaft gilt immer Kollektiv = Bevölkerung. Jeder wird eingeschlossen und Identitätspolitik ist daher, aus Sicht eines autoritären Systems, ebenfalls abzulehnen.
    Deine Schlussfolgerung ist somit nicht ganz richtig.
    Beide Systeme haben Vor- und Nachteile, so wie ein liberales System im Grunde individuelle Freiheit auf Kosten gesellschaftlichen Zusammenhalts fördert (z.B. Risiko des Betrugs), fördert ein autoritäres System (wirtschaftliche) Produktivität, gesellschaftlichen Zusammenhalt und eben das Funktionieren des großen Ganzen (=Staat), birgt aber dafür ein höheres Risiko des Machtmissbrauchs und dass Individualrechte auch da eingeschränkt werden, wo es nicht notwendig ist.
    Es gibt also Gründe, ein autoritäres System vorzuziehen, sowie es Gründe gibt, ein liberales vorzuziehen.

    Aber am besten ist eben, von beiden Ideen die sinnvollen Aspekte auszuwählen und eine Balance herzustellen. Ich glaube, etwas Ähnliches hast du auch gemeint, also du dein Gesellschaftsmodell einer liberalen Gesellschaft vorgestellt hast, die sich autoritärer Systeme wie Justiz bedient, um ihre Probleme zu bekämpfen.

    Letzter Punkt: Ich bin schon auf dein angekündigtes Video zum Thema Klimawandel gespannt, auch da es ein sehr komplexes Thema ist. Ich hoffe, du wirst es ebenso wie die anderen Themen möglichst objektiv behandeln und die starken Argumente beider Seiten nennen, nicht nur die Propagandaphrasen egal welcher Seite.
    Besonders interessant sind die Punkte Verlässlichkeit der Daten (da ja teilweise Manipulation und systematische „““Bereinigung“““ von Daten nachgewiesen wurde), historischer Kontext, ist der Mensch bzw. CO2 wirklich die Ursache, da es auch dazu einige interessante Fakten und Hypothesen gibt (Wolken, Aerosole, etc.), wie positiv/negativ wären die Auswirkungen in der letztendlichen Summe (Pflanzenwachstum, nutzbares Land, Kältetode/Hitzetode, …) und natürlich die politisch monetäre Motivation hinter der ganzen Geschichte & die Industrie dahinter.

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  5. Äh … müssen wir Dich ab jetzt immer „Heiko“ nennen? 😉

    Ja, besten Dank für Deine vielen Klärungen und Erläuterungen!

    Aber sag‘ mal: Ist das wirklich sinnvoll, jetzt Video-Clips von über einer Stunde Länge zu präsentieren?

    Wäre es da nicht vielleicht besser, z. B. drei oder vier kürzere Clips zu produzieren, die dann jeweils einzelne Aspekte behandeln – „short & sweet“, wie man so schön sagt -, auch wenn diese Aspekte letztlich alle irgendwie zusammengehören und einen gemeinsamen Zusammenhang bilden (z. B. zum Thema „Identitätspolitik“).

    Also ich finde: Less is more.

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