Laci Green versteht nicht: Falsche Vergewaltigungsvorwürfe

tl;dr. Wunderbar recherchiert, wie immer. Erschreckend ist nur die Größe des Publikums, welches Laci Green mit ihren unfundierten (und stellenweise schlichtweg falschen) Aussagen erreicht.

Interessant sind meiner Meinung nach vor allem folgende Studien/Daten, die in der Beschreibung des Videos verlinkt sind:

 

As with all other Crime Index offenses, complaints of forcible rape made to law enforcement agencies are sometimes found to be false or baseless. In such cases, law enforcement agencies “unfound” the offenses and exclude them from crime counts. The “unfounded” rate, or percentage of complaints determined through investigation to be false, is higher for forcible rape than for any other Index crime. Eight percent of forcible rape complaints in 1996 were “unfounded,” while the average for all Index crimes was 2 percent. (S. 24; Hervorhebung von mir)

Komischerweise hat das FBI nach 1996 keine Daten mehr über falsche Vergewaltigungsvorwürfe gesammelt bzw. öffentlich gemacht. Ein Schelm wer Böses dabei denkt.

 

Hier ist vor allem Tabelle 1 bemerkenswert (S. 136-137): Die hier aufgezählten Studien finden zwischen 1,5% und 90% an falschen Vergewaltigungsvorwürfen. Zu sagen, dass hier die Datenlage nicht eindeutig ist, wäre schon extrem euphemistisch. Hier ist definitiv Nachholbedarf an methodisch gut durchgeführten Studien.

 

Despite the plethora of pyramided citations, it turns out thatthere is one, and only one, underlying source-feminist publicist Susan Brownmiller’s interpretation of some data, now a quarter-century old, of unknown provenance from a single police department unit. There are no other published studies that this author could find. All of the sources cited at the outset of this Article trace back to Ms. Brownmiller. (S. 955-956)

 

Und:

It seems clear that the two percent false claim figure, which has pervaded LDF discourse, has no basis in fact. Since this figure isclearly unsupported, there is no justification for shifting the burdenof proof or redefining consent in rape crimes in accordance with this figure. (S. 971)

Die Verkettung hinter all dem ist eigentlich gar nicht richtig greifbar: Eine feministische Autorin nimmt sich einen isolierten Datenpunkt, erhoben in einem einzigen(!) Polizeirevier (vgl. cherry picking), und verbreitet diesen als allgemeinen Konsens. Nach einigen Zyklen des Abschreibens und Nicht-Prüfens der Recherche landen wir über 30 Jahre später an einem Punkt, an dem niemand mehr nachvollziehen kann, woher die ursprüngliche Behauptung eigentlich kam und wie valide diese eigentlich ist. Trotzdem ist das nun die Prämisse, auf derer Pop-FeministInnen die Abschaffung der Unschuldsvermutung fordern. Yay!

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